VSIS: Arbeitsgruppe Verteilte Systeme und Informationssysteme prInt: Das Praktikum Internet-Werkzeuge  Praktikum Internet-Werkzeuge   Fachbereich
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 Ein kurzes WWW-Glossar

 TCP/IP

Die Kommunikation im Internet basiert auf der TCP/IP-Protokollenfamilie. TCP/IP liegt - wie dem bekannten ISO/OSI Referenzmodell - ein Schichtenarchitektur zu Grunde. Zu den vier Schichten zählen neben der Schnittstellenschicht, die eine einheitliche Schnittstelle zur zugrundeliegenden Kommunikationshardware, wie z.B. Ethernet oder Token Ring, zur Verfügung stellt, die Internetschicht mit den Protokollen IP und ICMP, die Transportschicht mit den Protkollen TCP und UDP und die Anwendungsschicht, die eine Vielzahl von Protkollen umfaßt, unter anderem HTTP, SMTP, FTP und Telnet.

 Internet Protocol (IP)

Das Internet Protocol dient der Fragmentierung und Adressierung von Daten und übermittelt diese vom Sender zum Empfänger durch das Netzwerk. Es stellt einen verbindungslosen Netzwerkdienst zur Verfügung.

 Transmission Control Protocol (TCP)

Das Transmission Control Protocol baut auf IP auf und überwacht den sicheren Transport der Daten. TCP ist ein verbindungsorientiertes Protokoll, d.h. vor der Übertragung der eigentlichen Daten wird erst eine sogenannte virtuelle Verbindung aufgebaut. Übertragungsfehler werden von TCP automatisch korrigiert.

 UDP

Das User Datagramm Protocol ist im Gegensatz zu TCP ein verbindsloses Protokoll der Transportschicht. Jedes Packet - bei UDP als Datagram bezeichnet - wird dabei ohne vorherigen Verbindungsaufbau und unabhängig von anderen Paketen einzelnen übertragen. UDP führt keine Fehlerkorrektur durch, so daß es Aufgabe der Anwendungsschicht ist, verlorengegangene, verdoppelte oder in der falschen Reihenfolge gelieferte Pakete zu erkennen.


 IP-Adressen

Jeder an das Internet angeschlossene Rechner besitzt eine global eindeutige, 32 Bit lange numerische IP-Adresse. Um eine bessere Lesbarkeit zu erreichen werden IP-Adressen meist als 4 durch Punkte voneinander getrennte Bytes dargestellt - beispielsweise 134.100.11.181. Je nach ihrer Klasse bestimmen die ersten 1-3 Bytes einer IP-Adresse das Netzwerk, an den der Rechner angeschlossen ist, während die restlichen Bytes den Rechner in diesem Netzwerk identifizieren.


 DNS

Da IP-Adressen für den menschlichen Benutzer relativ unhandlich sind, werden Rechner im Internet in der Regel durch&u uml;ber symbolische Namen angesprochen - beispielsweise vsys1.informatik.uni-hamburg.de. Die Namen sind dabei - ähnlich wie IP-Adressen - hierarchisch organisiert. So kann man anhand des Suffixes meist das Land erkennen, in dem sich der Rechner befindet. Die Zuordnung von Rechnernamen zu IP-Adressen wird von einem speziellen verteilten (Namens-)Dienst der TCP/IP-Anwendungsschicht realisiert, dem Domain Name Service (DNS), realisiert. Man nennt die symbolischen Rechnernamen daher auch domain names.


 Ports

Um einzelne Anwendungen - sowohl Klienten als auch Server - auf einem bestimmten Rechner (Host) zu unterscheiden, werden sogenannte Ports verwendet. Jedem Port ist eine eigene Portnummer im Bereich von 1-65535 zugeordnet. Server verwenden meist eine wohldefinierte Portnummer <1024, an der sie auf Anfragen von Klienten warten. Die Standardportnummer für HTTP ist 80.


 MIME-Types

MIME (Multiporpose Internet Mail Extensions)-Typen sind sind standardisierte Zeichenketten, die im Internet Dateitypen bestimmen. Ein MIME-Type besteht aus zwei durch "/" getrennten Teilen: Dem allgemeinen Typ der Daten (z.B. text, image oder audio) und dem spezifischen Typ der Daten (z.B. html, gif oder jpeg). HTML-Dokumente werden durch text/html, GIFs und JPEGs mit image/gif und image/jpeg identifiziert.


 Security

Das im Rahmen von HTTP einzige derzeit spezifizierte Verfahren zur Benutzerauthentisierung, Basic Authentication, ist als hochgradig unsicher zu betrachten: Die Übertragung von Benutzerkennung und Paßwort erfolgt lediglich Base64-kodiert. Es handelt sich dabei nicht um eine Verschlüsselung, sondern lediglich um eine Transportkodierung, die vor allem bei EMail-Systemen Anwendung findet. Entsprechend enthalten viele Systeme Programme zur Dekodierung von Base64-kodierten Nachrichten.

Basic Authentication ist zur Benutzerauthentisierung in offenen Netzen, wie dem Internet nur bedingt geeignet. Andere Sicherheitsdienste, wie Vertraulichkeit, Verbindlichkeit und Integrität werden von HTTP überhaupt nicht unterstützt. Hierfür sind zusätzliche Mechanismen, wie z.B. die im folgenden kurz vorgestellten Protokolle SSL und S-HTTP notwendig. Wenn Ihr mehr zu diesem Thema erfahren möchtet, so solltet Ihr den Artikel "Verschlußsache - Sicherheit im WWW" aus der iX 12/95 lesen.

 Secure Socket Layers (SSL)

SSL ist ein Protokoll zur sicheren Kommunikation in TCP/IP-Netzwerken. Da SSL ein Protokoll auf Ebene der Transportschicht ist, können neben HTTP auch beliebige andere Protokolle der Anwendungsschicht, wie z.B. Telnet oder FTP, mit Hilfe von SSL  abgesichert werden. SSL stellt den Applikationen einen sicheren Kanal zur Kommunikation über TCP-Verbindungen zur Verfügung. Die Verwendung von SSL ist für den Benutzer dabei weitgehend transparent.

SSL wurde von Netscape entwickelt und liegt derzeit in der Version 3.0 vor. Da die Spezifikation frei verfügbar ist, existieren zahlreiche Implementierungen. SSL wird von allen Netscape-Produkten (Browser und Server), sowie einigen anderen kommerziellen und freien Web-Servern unterstützt. Erwähnenswert ist insbesondere die freie SSL-Implementierung SSLeay aus Australien, die nicht den US-amerikanischen Exportbeschränkungen unterliegt und somit auch eine hochgradig sichere Kommunikation ermöglicht. Außerdem existiert ein auf SSLeay basierender Patch für den Apache-Server, so daß ein freier Web-Server verfügbar ist, der eine starke Authentisierung (und Geheimhaltung) ermöglicht.

 Secure HTTP (S-HTTP)

S-HTTP ist eine Erweiterung des HTTP-Protkolls um Mechanismen zur Authentifizierung und Verschlüsselung. Im Gegensatz zu SSL kann S-HTTP daher nur zur sicheren Kommunikation im Rahmen des WWWs eingesetzt werden.

S-HTTP hat bei weitem nicht die Verbreitung wie SSL; es wird derzeit nur von wenigen Servern und einigen erweiterten NCSA-Mosaic-Browsern unterstützt.


 CGI

CGI (Common Gateway Interface) Standardschnittstelle, über die WWW-Server externe Applikationen starten und mit diesen Daten austauschen.

 Firewall

Hard- und/oder Software, die den Datenfluß zwischen einem privaten und einem öffentlichen (ungeschützten) Netzwerk kontrolliert und protokolliert.

 HTML (Hypertext Markup Language)

Textauszeichnungssprache, in der die Dokumente im WWW geschrieben sind.

 HTTP (Hypertext Transfer Protocol)

Standardprotokoll, mit dem WWW-Dokumente vom Web-Server zum Browser übertragen werden.

 Hypertext

Möglichkeit, um Dokumente übersichtlich zu organisieren. Markierte Textstellen dienen dabei als Verweis auf ein anderes Dokument. Im Web bilden URLs solche Links.

 URL (Universal Resource Locator)

Standardisierte Zeichenketten, welche das Protokoll für den Zugriff auf Dokumente und deren Position im Internet beschreiben.
Mi 12-16 Uhr Raum: B-201 und RZ Start: 05.04.2006
Eine Veranstaltung des Arbeitsbereichs Verteilte Systeme und Informationssysteme (VSIS)

Letzte Änderung : 22.03.2004 - 15:17
EMail: prInt06@vsis.informatik.uni-hamburg.de